Kapitaldeckungsverfahren

Das Kapitaldeckungsverfahren ist eine Finanzierungsmethode der privaten und betrieblichen Altersvorsorge. Bei diesem Verfahren bezahlst du einen festgelegten monatlichen Beitrag oder einmalig eine frei wählbare Summe beispielsweise an eine Versicherungsgesellschaft. Die Versicherungsgesellschaft legt dieses Geld für dich auf einer Art „Sparkonto“ an. Dabei bekommst du Zinsen, die dir später auch zustehen. Der ersparte Betrag wird Kapitalstock oder Deckungskapital genannt.

Direkte Auszahlung statt Umlageverfahren

Mit Ablaufen des Versicherungszeitraumes bzw. Eintreten des Versicherungsgrundes – kurz: wenn du in Rente gehst – wird dir das angesparte Geld ausgezahlt. Dabei kannst du, je nach Art des Vertrages, entscheiden, ob du die gesamte Summe des Deckungskapitals auf einmal erhalten willst oder dir einen monatlichen Betrag, also eine private Rente, auszahlen lässt. Die Höhe deiner monatlichen Rente ist dabei natürlich abhängig von der Summe der angesparten Beiträge und der daraus erwirtschafteten Renditen. Da diese Beiträge nur dir zustehen und nicht für andere Personen verwendet werden, entspricht das Kapitaldeckungsverfahren genau dem Gegenteil des Umlageverfahrens der gesetzlichen Altersvorsorge.


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Drei-Säulen-Modell

Die Altersvorsorge in Deutschland beruht traditionell auf drei Säulen:

  • 1. Säule: gesetzliche Rente
  • 2. Säule: betriebliche Altersvorsorge
  • 3. Säule: private Altersvorsorge
Drei Säulen der Altersvorsorge - gesetzliche Rentenverischerung, betriebliche und private Altersvorsorge

Die erste Säule, die gesetzliche Rentenversicherung, basiert auf dem Umlageverfahren. Das bedeutet die Leistungen für Rentner werden aus den Beiträgen der Arbeitnehmer bezahlt. Zu der gesetzlichen Rentenversicherung zählen die Sozialversicherungsrente der Arbeitnehmer, die Alterssicherung der Landwirte, die Berufsständige Versorgung, die Künstlersozialversicherung und die Beamtenversorgung.

Diese Säule dient zur Absicherung des Lebensunterhalts und ist historisch gesehen der wichtigste Teil der Altersvorsorge. Möchtest du auch im Alter deinen erreichten Lebensstandard erhalten, sollte eine Altersvorsorge durch zusätzliche Absicherung mit den zwei anderen Säulen ergänzt werden. Der Staat fördert diese zum Beispiel durch Steuerentlastung oder Zuschüssen.

Für die betriebliche Altersvorsorge als zweite Säule wird ein Vertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschlossen. Die Beiträge werden von dem Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers bezahlt und können von dem Unternehmen mitfinanziert werden. Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge sind Pensionszusage, Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds sowie Unterstützungskasse.

Die private Altersvorsorge ist die dritte Säule. Selbstständig kann Kapital angespart werden, welches für die Altersrente genutzt werden kann. Staatliche Förderungen gibt es bei der Riester-Rente und der Rürup- bzw. Basisrente. Weiterhin können aber auch Fondssparpläne, Lebens- und Rentenversicherungen für die private Altersvorsorge genutzt werden.

Betriebliche und private Altersvorsorge basieren auf dem Kapitaldeckungsverfahren. Dabei werden die Beiträge einem persönlichen Konto gutgeschrieben und später an die jeweilige Person als Rente ausgezahlt.

Unterteilung in 3 Schichten

Nach dem Alterseinkünftegesetz kann das System der deutschen Altersvorsorge auch in 3 Schichten unterteilt werden. Die 3 Schichten unterscheiden sich hinsichtlich der steuerlichen Betrachtung:

  • 1. Schicht: Basisversorgung
  • 2. Schicht: Zusatzversorgung
  • 3. Schicht: Kapitalanlageprodukte
3 Schichten der Altersvorsorge - Basisversorgung, Zusatzversorgung, Kapitalanlage

Die erste Schicht umfasst die Basisversorgung. Dazu zählen die gesetzliche Rentenversicherung, landwirtschaftliche Alterskassen, berufsständischen Versorgungseinrichtungen und landwirtschaftliche Alterskassen. Hinzu kommt noch die Rürup- bzw. Basisrente für Selbstständige. Diese Möglichkeiten der Altersvorsorge sind nicht übertragbar, nicht vererbbar, nicht beleihbar oder in Kapital umwandelbar. Diese Formen werden im Ruhestand nachgelagert versteuert.

Die betriebliche Altersvorsorge und von dem Staat geförderte oder begünstigte Vorsorge die Riester-Rente, zählen zu der zweiten Schicht des 3-Schichten-Modells, der Zusatzversorgung. Hier greift auch die nachgelagerte Versteuerung.

Die Kapitalanlageprodukte in der dritten Schicht sind die Möglichkeiten der privaten Vorsorge, wie zum Beispiel Lebensversicherungen oder Fondsparpläne. Diese Konzepte müssen nicht automatisch zur Altersvorsorge dienen, können dies aber. Es gibt dafür keine steuerlichen Vergünstigungen vom Staat.

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Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer ist eine Steuer auf die meisten privaten Einkünfte aus Kapitalvermögen. Das heißt: Auf Erträge aus Zinsen, Dividenden, Fondsausschüttungen, Kurs- und Währungsgewinnen müssen Anleger eine Abgabe zahlen. Diese Abgabe auf Kapitalerträge wird vom jeweiligen Geldinstitut, wie zum Beispiel der Bank, der Versicherung oder der Kapitalgesellschaft an das Finanzamt abgeführt. Die Abgeltungssteuer ist eine Form der Kapitalertragsteuer und gilt seit dem 1. Januar 2009. Somit bleiben Aktien, Fonds und festverzinsliche Wertpapiere, die vor dem Jahr 2009 erworben wurden, steuerfrei.

Die Höhe der Abgeltungssteuer

Der Steuersatz der Abgeltungssteuer beträgt pauschal 25 Prozent. Dazu kommt der Solidaritätszuschlag, kurz Soli, von 5,5 Prozent, der sich auf den Prozentsatz der Abgeltungsteuer bezieht. Weiterhin wird ggf. die Kirchensteuer berechnet. Diese beträgt in Bayern und Baden-Württemberg 8 Prozent, in allen anderen Bundesländern 9 Prozent. Da diese Steuer sonderabzugsfähig ist, verringert sich die Bemessungsgrundlage. Die Besteuerung ohne Kirchensteuer beträgt für den Sparer (ohne Kirchensteuer) 26,4 Prozent und mit, 27,8 Prozent bzw. 27,9 Prozent. Es ergeben sich also folgende Sätze für die Steuern:

Kirchensteuer 8 % (BY, BW) 9 % (außer BY, BW) keine Kapitalertragsteuer 24,5 % 24,4 % 25,0 % Solidaritätszuschlag 1,3 % 1,3 % 1,4 % Kirchensteuer 2,0 % 2,2 % 0,0 % Gesamtbelastung 27,8 % 27,9 % 26,4 %„abgeltenden Wirkung“. Ist diese nicht vorhanden, wird der Vorgang als Steuervorauszahlung behandelt. [/p]

Ab 2015 wird die Erhebung der Abgeltungssteuer automatisiert. Das heißt die Kirchensteuer, die auf die Kapitaleinkünfte erhoben wird, wird wie die Abgeltungssteuer direkt vom Geldinstitut abgeführt und muss nicht mehr in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden.

Freibeträge bei der Erhebung der Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer greift erst ab einem bestimmten Gewinn. Die Höhe der Freibeträge liegt bei 801 Euro bei Ledigen und 1602 Euro bei Verheirateten. Der Sparerpauschbetrag, wie der Freibetrag auch genannt wird, setzt sich aus dem ehemaligen Sparerfreibetrag und Werbungskosten zusammen. Kosten, die darüber hinaus entstanden sind, können nicht geltend gemacht werden.

Auf Anlagen, die lediglich der privaten Altersvorsorge dienen, wie Riester-Fondssparpläne, die Rürup-Rente, Betriebsrente und Lebensversicherungen, wird keine Abgeltungssteuer erhoben, wenn diese vor dem Jahr 2005 abgeschlossen wurden und mindestens 12 Jahre gehalten werden.

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Aktuar

Aktuare sind besondere Finanz- und Versicherungsmathematiker, die von der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) geprüft worden sind. Aktuare sind Experten für Risikoabschätzungen in den Bereichen Altersvorsorge, Versicherungen, Bausparen und Kapitalanlagen. Dabei berufen sie sich für ihre Analysen auf mathematische Verfahren aus der Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung und berücksichtigen ebenfalls die vorherrschenden wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen. Der Aktuar übernimmt also die Bearbeitung, Bewertung, Steuerung und Absicherung von Risiken bei finanziellen Anlagen mit langen Laufzeiten, im Bereich der Lebensversicherung auch unter Berücksichtigung sogenannten biometrischer Risiken, als Wahrscheinlichkeiten für Leistungsfälle, die am Leben einer Person hängen dazu zählen zum Beispiel Invalidität, Tod oder Erreichen eines bestimmten Alters. Den Aktuar findet man an verschiedenen Stellen: Er arbeitet zum Beispiel als Angestellter bei Versicherungen, Bausparkassen, Investmentgesellschaften, Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatungsgesellschaften, bei Verbänden oder Behörden, als Gutachter für Gerichte oder als Freiberufler. Für Versicherungsunternehmen, die für Lebens-, Kranken-, Haftpflicht- oder Unfallversicherungen zuständig sind, ist ein sogenannter verantwortlicher Aktuar in Deutschland sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Der Aktuar in der Altersvorsorge

In der Altersvorsorge spielt der Aktuar bei der betrieblichen Altersvorsorge eine große Rolle, so dass es dafür speziell ausgebildete Aktuare gibt. Sie bewerten Versorgungsverpflichtungen in allen Formen der betrieblichen Altersvorsorge. Der Aktuar ist also dafür zuständig, die nötigen Berechnungen zur Festlegung der Versorgungsansprüche anzustellen und sie dem Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen. So kann er dir dann mitteilen, welche Leistungen du später erwarten kannst. Der Aktuar berechnet also mögliche Versorgungsleistungen für den Mitarbeiter ebenso wie die daraus resultierenden Verpflichtungen, also die Schuld für den Arbeitgeber zum jeweiligen Bilanzstichtag. Zusätzlich muss der Aktuar herangezogen werden, wenn es um die Berechnung der Rückstellungen für die Steuerbilanz und die Handelsbilanz bei Pensionszusagen geht. Außerdem ermittelt er jedes Jahr für alle versicherungsförmigen oder mittelbaren Durchführungswege den Fehlbetrag, er prüft also, ob die Schuld aus den Altersvorsorgeversprechen des Arbeitgebers höher ist als das heutige dafür bereitstehende Vermögen. Dabei muss er die gesetzlichen Bestimmungen berücksichtigen. Aktuare dienen einem Unternehmen somit als qualifizierte Berater für die Schaffung und Weiterentwicklung von Versorgungsmöglichkeiten in der betrieblichen Altersvorsorge.

Andere Tätigkeitsbereiche des Aktuars

Sind Aktuare für Versicherungen tätig, so kommen sie zum Beispiel bei der Lebensversicherung zum Einsatz. Sie sind für die Berechnung der Prämien und Deckungsrückstellungen zuständig, unter der Maßgabe von aufsichtsrechtlichen Regelungen. Außerdem muss der Aktuar fortlaufend prüfen, ob die Versicherungsgesellschaft die Verpflichtungen aus dem Vertrag der Lebensversicherung leisten kann. Konkret heißt das: Der Aktuar untersucht für dich, ob das Versicherungsunternehmen über genügend finanzielle Mittel verfügt, damit du dein Geld aus einer abgeschlossenen Versicherung später auch erhältst.

Kurz gesagt: Der Aktuar ist ein qualifizierter Berater bei mittel- und langfristigen Risikoabschätzungen in den Bereichen Altersvorsorge und Versicherungen, wie zum Beispiel Lebensversicherungen, der auf die Entwicklungen am Markt reagiert und dabei die wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen berücksichtigt.

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Generationenvertrag

Als Generationenvertrag bezeichnet man das Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung. Es ist kein festgeschriebener oder mündlich vereinbarter, sondern ein impliziter Vertrag, der zwischen zwei Generationen besteht und eine gewisse Verbundenheit ausdrückt. Der Begriff kann auch als ein gesellschaftliches Übereinkommen gesehen werden und ist bildlich zu verstehen, da der Vertrag juristisch nicht einklagbar ist.

Funktionsweise des Generationenvertrages

Das Umlageverfahren des Generationenvertrages funktioniert so, dass mit den laufenden Einnahmen eines Jahres gleichzeitig die Ausgaben des gleichen Jahres bezahlt werden. Bis auf einen kleinen Betrag zur Nachhaltigkeitsrücklage wird dabei nichts angespart. Somit finanzieren die jüngeren, arbeitstätigen Menschen die Renten für die älteren – also unterstützt die Generation, die im Berufsleben steht, die Generation, die sich im Ruhestand befindet. Durch die Zahlungen wird ein Anspruch auf Rente aus den Beiträgen nachfolgender Generationen erworben. Dabei zahlt der Argeitgeber die Hälfte des Beitragsatzes, die andere Hälfte muss von jedem Arbeitnehmer selbst begliechen werden.

Beitragshöhe für den Generationenvertrag

Die Höhe der Beiträge wird immer an die aktuellen Leistungen angepasst. So variiert der Beitragssatz von Jahr zu Jahr:

Jahr Beitragssatz
in Prozent des Bruttoeinkommens
1970 17,0
1975 18,0
1980 18,0
1985 18,7
1986 19,2
1987 18,7
1988 18,7
1989 18,7
1990 18,7
1991 17,7
1992 17,7
1993 17,5
1994 19,2
1995 18,6
1996 19,2
1997 20,3
1998 20,3
1999 19,5
2000 19,3
2001 19,1
2002 19,1
2003 19,5
2004 19,5
2005 19,5
2006 19,5
2007 19,9
2008 19,9
2009 19,9
2010 19,9
2011 19,9
2012 19,6
2013 18,9
2014 18,9

Die Entstehung des Generationenvertrages

Dieses System ist über 100 Jahre alt. Der Begriff Generationenvertrag basiert auf den Gedanken des Gesellschaftsvertrages, die im 18. und 19. Jahrhundert entstanden sind. Nach dem ursprünglichen System der gesetzlichen Rentenversicherung sollten neben den Rentnern auch Kinder und Jugendliche eine Rente erhalten, die aus den Einzahlungen der erwerbstätigen Bevölkerung entrichtet wird. Damit wurde versucht, die Abhängigkeit von der Familie – Eltern sorgen für ihre Söhne und Töchter, die sich dann später um ihre Eltern kümmern – aufzubrechen und auf die gesamte Gesellschaft zu verteilen. Der Plan für eine Kinder- und Jugendrente wurde aber nie umgesetzt.

Der Generationenvertrag heute

Heute gibt es einige Probleme mit dem Generationenvertrag, da durch die demografische Entwicklung in Deutschland immer weniger Arbeitende für immer mehr Alte zahlen müssen. Dadurch steigen die zu entrichtenden Beiträge und die Rentenzahlungen sinken. Für die jetzt arbeitende Generation heißt das, sie wird einmal deutlich weniger Rente erhalten als das, was sie jetzt an Lohn verdient. Somit entsteht eine Differenz zwischen dem jetzigen Gehalt und der zukünftigen Leistung. Dies nennt man Rentenlücke – sie wird immer größer.

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BetrAVG

Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersvorsorge

Im BetrAVG, dem sogenannte Betriebsrentengesetz, sind die Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung festgeschrieben. Das Gesetz legt also die Rahmenbedingungen für die arbeitsrechtlichen und steuerlichen Bestimmungen sowie den Insolvenzschutz fest. Dazu zählen auch die Möglichkeiten der Abfindung sowie Übertragung und der Anspruch auf Entgeltumwandlung und deren Durchführung. Das Gesetz stammt aus dem Jahr 1974 und wurde das letzte Mal 2008 geändert.

Aufbau des BetrAVG

Der Aufbau des BetrAVG gliedert sich in drei Teile:

  • Erster Teil: Arbeitsrechtliche Vorschriften
    • Erster Abschnitt: Legaldefinition der betrieblichen Altersversorgung und der Begriff der „Unverfallbarkeit“ – diese liegt dann vor, wenn der Anspruch auf betriebliche Altersversorgung nach einer Kündigung mindestens teilweise weiterhin besteht.
    • Zweiter Abschnitt: Auszehrungsverbot – die einmal festgelegten Leistungen dürfen bei Eintritt des Versorgungsfalls nicht gekürzt werden, wenn andere Bezüge aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung erhöht werden.
    • Dritter Abschnitt: Altersgrenze – diese ist flexibel. Arbeitnehmer, die bereits vor Vollendung des 65. Lebensjahres eine Vollrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen, erhalten auf Verlangen auch Leistungen der betrieblichen Altersversorgung, wenn alle Bedingungen dafür erfüllt sind. Das Mindestalter für den Bezug von Versorgungsleistungen liegt heute allerdings bei 62 Jahren.
    • Vierter Abschnitt: Insolvenzsicherung – sie wird durch den Pensions-Sicherungs-Verein (PSV), der im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers die Versorgungspflicht übernimmt, gewährleistet.
    • Fünfter Abschnitt: Anpassung – der Arbeitgeber muss die laufenden Leistungen der betrieblichen Altersversorgung alle drei Jahre überprüfen und an gestiegene Lebenshaltungskosten anpassen.
    • Sechster Abschnitt: Geltungsbereich
  • Zweiter Teil: Steuerrechtliche Vorschriften:
    Bestimmungen zur Besteuerung der betrieblichen Altersvorsorge setzen sich aus der Einkommensteuer für den Arbeitnehmer, der Körperschaftssteuer für den Arbeitgeber und – bei Unterstützungskassen – auch aus der Besteuerung des Versorgungsträgers zusammen.
  • Dritter Teil: Übergangs- und Schlussvorschriften

Ziele des BetrAVG sind zum einen die betriebliche Altersvorsorge für Angestellte sicherer und wirkungsvoller zu gestalten und zum anderen die betriebliche Altersvorsorge auszuweiten und zu verbreiten.

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Pensionssicherungsverein

Der „Pensions-Sicherungs-Verein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit“ (PSVaG), kurz Pensionssicherungsverein, ist eine Selbsthilfeeinrichtung der deutschen Wirtschaft zum Schutz der betrieblichen Altersversorgung. Denn im Fall einer Pleite des Unternehmens, bei dem du angestellt bist, wäre deine Altersversorgung gefährdet. Hier kommt der Pensionssicherungsverein ins Spiel. Durch ihn ist die betriebliche Altersversorgung auch im Falle einer Insolvenz geschützt. Seit 1974 ist diese Sicherung sogar gesetzlich festgehalten, im Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG). Der PSVaG ist somit ein gesetzlicher Träger der Insolvenzsicherung.

Tätigkeitsbereich des Pensionssicherungsvereins

Im Falle der Unternehmensinsolvenz springt der Pensionsversicherungsverein für deinen Arbeitgeber ein und übernimmt alle laufenden Versorgungsleistungen und unverfallbaren Anwartschaften. Die PSVaG wird also in folgenden Fällen tätig: bei Pensionszusagen (auch Direktzusagen genannt), Unterstützungskassen und Pensionsfonds. Auch bei einer Direktversicherung kann der Pensionssicherungsverein aushelfen. Wenn die Bezugsrechte aus der Versicherung widerruflich sind (d. h. dein Chef zahlt nur einen Teil der Leistungen an den Mitarbeiter aus und behält den Rest), kann der Insolvenzverwalter die Versicherung widerrufen und somit kündigen. Da der Rückkaufswert der Direktversicherung dann in die Insolvenzmasse des Unternehmens fallen würde, kann dein Chef den PSVaG zu Hilfe holen und deine Altersversorgung so retten.

Funktionsweise des Pensionssicherungsvereins

Kurz gesagt, muss dein Chef in Insolvenz gehen, zahlt der Pensionssicherungsverein deine Betriebsrente. Das nötige Geld erhält der Verein dabei durch Beiträge des Arbeitgebers. Dabei richtet sich der Beitragssatz, den die Unternehmen zahlen müssen, nach der Anzahl der deutschlandweit erfolgten Insolvenzen des Geschäftsjahres. Auch wenn sich der PSVaG ausschließlich aus den Beiträgen finanziert, kann ihm nicht das Geld für die Auszahlung deiner Betriebsrente ausgehen. Der Pensionssicherungsverein ist in diesem Fall durch sogenannte Sonderumlagen abgesichert, die er gegenüber den Mitgliedsunternehmen geltend machen kann. Oft wird gefragt, ob auch der Pensionssicherungsverein mal ausfallen kann. Die Antwort ist einfach: natürlich ja, aber dann muss die gesamte deutsche Wirtschaft schon ein ernstes Problem haben und in diesem Fall würde also mit Gesamtdeutschland und der Weltwirtschaft schlecht stehen – also das Super-GAU-Szenario.

Auszahlungen vom Pensionssicherungsverein

Der Pensionssicherungsverein unterliegt bei all seinen Aufgaben den gesetzlichen Grundlagen der betrieblichen Altersversorgung und des Versicherungswesens. Das ist wichtig, wenn es darum geht, wann du dein Geld erhältst. Erst mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens, in den meisten Fällen etwa drei Monate nach der Stellung des Insolvenzantrags durch deinen Chef, beginnt der PSVaG mit der Auszahlung deiner Betriebsrente. Zieht sich also die Eröffnung des Verfahrens in die Länge, so kann es passieren, dass du auf dein Geld warten musst. Dabei zahlt der Pensionssicherungsverein nur für einen Zeitraum von sechs Monaten auch rückwirkend. Versorgungsempfänger, das sind zum Empfang der Betriebsrente Berechtigte, sind neben dem Arbeitnehmer – also dir – auch deine Hinterbliebenen, sofern dein Chef auch Leistungen an diese im Rahmen seiner Versorgungsordnung vorgesehen hatte.

Der Pensionssicherungsverein ist neben der Abwicklung der Insolvenzsicherung auch mit deren Weiterentwicklung betraut. Seit 2002 ist der PSVaG auch für die Sicherung der betrieblichen Altersversorgung in Luxemburg zuständig.

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Rückstellungen

Als Rückstellungen werden im Rechnungswesen ungewisse Verbindlichkeiten bezeichnet, die ein Unternehmen beim Abschluss eines Geschäftsjahres auf der Passiv-Seite in der Bilanz angeben muss. Die Aufwendungen einer Rückstellung sind noch nicht bestimmbar, das heißt, dass sie in ihrer Höhe, dem Zeitpunkt der Fälligkeit und ihrem Bestehen noch ungewiss sind.

Besonderheiten von Rückestellungen

Rückstellungen gehören nicht zum Eigenkapital, sondern zum Fremdkapital des Unternehmens, da es für bestimmte Zwecke verwendet werden soll. Sie sollen für zukünftige Aufwendungen bereitstehen. Dabei soll später genau nachvollziehbar sein, in welcher Periode die Ausgaben verursacht wurden. Die Rückstellungen stellen eine Aufwendung des Unternehmens dar, daher bedeuten sie für das Unternehmen wiederkehrende Verluste, für jede Geschäftsperiode. Wenn die Verbindlichkeit der Rückstellung eintritt, kommt es zur Auflösung und Auszahlung der Rückstellungen. Da die Rückstellungsbeiträge zuvor regelmäßig in der Bilanz erfasst wurden, mindern sie nicht den operativen Unternehmensgewinn in der Ausschüttungsperiode. So erleidet das Unternehmen keinen großen Verlust bei Auszahlung der Rückstellungen.

Arten von Rückstellungen

Es gibt verschiedene Arten von Rückstellungen. Für die Altersvorsorge sind die Pensionsrückstellungen und Deckungsrückstellungen von Bedeutung. Die Berechnungen der Rückstellungen werden von einem speziellen Wirtschaftsmathematiker, dem sogenannten Aktuar, vorgenommen.

Pensionsrückstellungen

Pensionsrückstellungen spielen bei der betrieblichen Altersvorsorge eine Rolle. Regelt dein Chef die Altersvorsorge über eine Pensionszusage, so muss er dafür Rückstellungen berücksichtigen. Das bedeutet, dass sich dein Chef verpflichtet, dir später eine Betriebsrente zu zahlen. Diese Verpflichtung muss er in der Bilanz festhalten, damit diese Verbindlichkeit abgesichert wird. Da aber noch nicht bekannt ist, in welcher Höhe und über welchen Zeitraum die Rente ausgezahlt wird, sind die daraus für das Unternehmen entstehenden Verbindlichkeiten Rückstellungen. Durch die Rückstellungen wird für jede Periode, also zum Jahresabschluss, genau festgehalten, wie hoch die Schuld der Altersversorgung gegenüber dem Mitarbeiter, also dir, ist. Mit einem Pensionssicherungsverein sichert der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern die zustehende Betriebsrente auch im Falle eines möglichen Unternehmenskonkurses zu.

Deckungsrückstellungen

Deckungsrückstellungen sind wiederum bei der privaten Altersvorsorge von Bedeutung und kommen bei Lebensversicherungen zum Einsatz. Die Deckungsrückstellungen für Lebensversicherungen sind vom Gesetz her vorgeschrieben. Die Rückstellungen sollen garantieren, dass das Versicherungsunternehmen über genügend finanzielle Mittel verfügt, um bei Inanspruchnahme der Lebensversicherung durch den Versicherungsnehmer das Geld auch auszahlen zu können. Die Rückstellungen aus jeder Periode werden im sogenannten Deckungsstock gesammelt, welcher den Rückkaufswert, also den Wert der Versicherung bei einer Auszahlung vor deren Fälligkeit, darstellt. Deckungsrückstellungen werden für jeden Versicherungsvertrag individuell berechnet und wie alle Rückstellungen auf der Passivseite des Unternehmens, in diesem Fall dem Versicherer, aufgeführt. Die Deckungsrückstellungen bei Lebensversicherungen sind erforderlich, da sich die vom Versicherungsnehmer gezahlten Beiträge und die Verpflichtungen gegenüber dem Versicherungsnehmer nicht in jedem Geschäftsjahr, sondern erst über die gesamte Vertragsdauer ausgleichen.

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Umlageverfahren

Das Umlageverfahren bildet die Finanzierung von Sozialversicherungen wie die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung oder die Arbeitslosenversicherung. Dabei werden die Ausgaben für eine Sozialleistung des einen Jahres aus den Einnahmen desselben Jahres finanziert. Dazu kommen noch Zuschüsse vom Staat. Die Höhe der Einnahmen eines Jahres gleicht dabei fast genau der Höhe der Ausgaben. Die eingezahlten Beträge werden bis auf einen kleinen Teil, zum Beispiel für die Nachhaltigkeitsrücklage bei der Rentenversicherung, nicht angespart. Die Beitragszahler erwerben mit der Einzahlung einen Anspruch auf Leistungen für den Fall, dass sie einmal versorgt werden müssen – zum Beispiel bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit.

Funktionsweise des Umlageverfahrens

Damit dieses Verfahren funktioniert, muss das Verhältnis von Beitragszahlern zu Leistungsempfängern ausgeglichen sein. Ansonsten müssen entweder die Beiträge erhöht oder die Zahlungen gekürzt werden oder beides. Daher werden die Beitragssätze der Sozialversicherungen regelmäßig an die aktuellen Leistungsansprüche angepasst. Zum Beispiel steigen Beiträge für Krankenversicherungen stetig, da die Kosten im Gesundheitssystem zunehmen und sich zudem der Anteil der älteren Personen, die im Durchschnitt höhere Zahlungen von den Krankenversicherungen in Anspruch nehmen als jüngere Menschen, vergrößert.

Der Generationenvertrag – Das Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung

Das Umlageverfahren für die gesetzliche Rentenversicherung wird als Generationenvertrag bezeichnet, der aber nie schriftlich festgehalten oder mündlich vereinbart wurde. Er meint die Vereinbarung, dass die heute arbeitenden Personen mit ihren Beiträgen die gesetzliche Rente für den älteren Teil der Bevölkerung finanzieren. Dafür erwerben die Beschäftigten einen Anspruch auf Rente aus zukünftigen Beiträgen der nachfolgenden Generation.

Abhängigkeiten der Generationen beim Umlageverfahren

Zu Beginn eines Umlageverfahrens erhält die erste Generation von Leistungsempfängern einen sogenannten Einführungsgewinn. Das heißt, sie erhalten Leistungen ohne selbst den entsprechenden Beitrag gezahlt zu haben. Somit entsteht eine Anfangsschuld. Solange das System weiterhin besteht, setzt sich auch das Abhängigkeitsverhältnis fort und wird von einer Generation zur nächsten übergeben, da immer neue Ansprüche gegenüber der kommenden Generation entstehen. Dies wird inhärente Schuld genannt.

Im Gegensatz zu dem Umlageverfahren steht das Kapitaldeckungsverfahren, wo die geleisteten Beträge als Kapital aufgebaut werden und dem Einzahlenden später zurückgezahlt werden.

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Wohnriester

Unter Wohnriester, auch Eigenheimrente genannt, versteht man die staatliche Förderung beim Bau eines Eigenheims zur Altersvorsorge.
Ganz kurz gesagt:

Riester-Vertrag + Riesterförderung = Wohnriester

Ausdehnung der Riester-Förderung auf Wohnriester

Um dies zu realisieren, wurden die Regelungen zur Riester-Rente auf die Finanzierung von Wohneigentum ausgedehnt und neben Riester-Fonds und Riester-Rentenversicherungen auch Riester-Bausparverträge eingeführt. Diese Regelungen sind im Eigenheimrentengesetz, kurz EigRentG, festgeschrieben und gelten seit 2008. Sie sind nicht bei Modernisierung oder Umbau eines Hauses anwendbar. Die einzige Ausnahme bildet der Fall, wenn das angesparte Guthaben für altersgerechte oder behindertengerechte Umgestaltungen im Eigenheim verwendet wird. Weiterhin muss die geförderte Immobilie selbst genutzt werden und muss sich in der EU oder einem Staat, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum anwendbar ist, befinden. Der Besitzer der Immobilie muss diese als Hauptwohnsitz nutzen oder dort seinen Lebensmittelpunkt haben.

Förderungsmöglichkeiten mit Wohnriester

Es werden gefördert:

  • eine Wohnung im eigenen Haus, auch im eigenen Mehrfamilienhaus,
  • eine eigene Eigentumswohnung,
  • eine Genossenschaftswohnung, wenn diese in das Register einer Genossenschaft eingetragen ist und
  • ein eigentumsähnliches bzw. lebenslanges Dauerwohnrecht.

Mit dem Wohn-Riester können gefördert werden:

  • Personen, die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen: also Arbeitnehmer mit einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis, Auszubildende, rentenversicherungspflichtige Selbstständige, Kindererziehende für die Dauer von drei Jahren, geringfügig Beschäftigte, wenn sie auf die Versicherungsfreiheit verzichtet haben,
  • Landwirte,
  • Beamte, Richter und Berufssoldaten,
  • unter bestimmten Voraussetzungen Personen, die eine Rente wegen Erwerbsunfähigkeit, voller Erwerbsminderung oder Versorgung wegen Dienstunfähigkeit beziehen und
  • Personen, deren Ehepartner förderberechtigt ist.

Besonderheiten des Wohnriesters

Wird das Darlehen nicht in Anspruch genommen, d.h. es wird nicht in Immobilieneigentum investiert, stellt der Vertrag einen Sparvertrag für die Altersversorgung dar. Auf die Verträge zum Wohn-Riester erfolgt eine nachgelagerte Besteuerung, die Steuern müssen also erst bei Auszahlung des Geldes bezahlt werden. Dies kann entweder zu Beginn des Rentenalters mit einem Mal geschehen oder in gleichen Raten über mehrere Jahre bis zum 85. Lebensjahr.

Staatliche Förderung für Wohnriester

Die Förderung zeichnet sich dadurch aus, dass günstige Bauspargeldkonditionen geboten werden – die Sparer erhalten jährlich 154 Euro Zulage vom Staat. Dazu kommen noch 300 Euro für jedes Kind, das nach 2007 geboren wurde und 185 Euro für ältere Kinder. Die Zulage ist maximal, wenn 4 Prozent des Bruttoeinkommens des Vorjahres eingezahlt werden. Dabei sind die Riester-Zulagen einberechnet. Maximal können 2.100 Euro pro Jahr eingezahlt werden. Weiterhin kann der Betrag bei der Steuererklärung als Sonderausgabe geltend gemacht werden, wenn hohe Sparraten gezahlt werden.

Der Wohn-Riester wurde eingeführt, um selbst genutztes Wohneigentum zu fördern. Dadurch sollte auch ein weiterer Anreiz für private Altersvorsorge geschaffen werden. Dabei gibt es zwei verschiedene Förderansätze:

  • Das angesparte Geld wird für den Kauf oder Bau einer eigenen Immobilie eingesetzt.
  • Das angesparte Geld wird für die Tilgung eines Darlehens für den Kauf oder Bau einer eigenen Immobilie eingesetzt.

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