Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer ist eine Steuer auf die meisten privaten Einkünfte aus Kapitalvermögen. Das heißt: Auf Erträge aus Zinsen, Dividenden, Fondsausschüttungen, Kurs- und Währungsgewinnen müssen Anleger eine Abgabe zahlen. Diese Abgabe auf Kapitalerträge wird vom jeweiligen Geldinstitut, wie zum Beispiel der Bank, der Versicherung oder der Kapitalgesellschaft an das Finanzamt abgeführt. Die Abgeltungssteuer ist eine Form der Kapitalertragsteuer und gilt seit dem 1. Januar 2009. Somit bleiben Aktien, Fonds und festverzinsliche Wertpapiere, die vor dem Jahr 2009 erworben wurden, steuerfrei.

Die Höhe der Abgeltungssteuer

Der Steuersatz der Abgeltungssteuer beträgt pauschal 25 Prozent. Dazu kommt der Solidaritätszuschlag, kurz Soli, von 5,5 Prozent, der sich auf den Prozentsatz der Abgeltungsteuer bezieht. Weiterhin wird ggf. die Kirchensteuer berechnet. Diese beträgt in Bayern und Baden-Württemberg 8 Prozent, in allen anderen Bundesländern 9 Prozent. Da diese Steuer sonderabzugsfähig ist, verringert sich die Bemessungsgrundlage. Die Besteuerung ohne Kirchensteuer beträgt für den Sparer (ohne Kirchensteuer) 26,4 Prozent und mit, 27,8 Prozent bzw. 27,9 Prozent. Es ergeben sich also folgende Sätze für die Steuern:

Kirchensteuer 8 % (BY, BW) 9 % (außer BY, BW) keine Kapitalertragsteuer 24,5 % 24,4 % 25,0 % Solidaritätszuschlag 1,3 % 1,3 % 1,4 % Kirchensteuer 2,0 % 2,2 % 0,0 % Gesamtbelastung 27,8 % 27,9 % 26,4 %„abgeltenden Wirkung“. Ist diese nicht vorhanden, wird der Vorgang als Steuervorauszahlung behandelt. [/p]

Ab 2015 wird die Erhebung der Abgeltungssteuer automatisiert. Das heißt die Kirchensteuer, die auf die Kapitaleinkünfte erhoben wird, wird wie die Abgeltungssteuer direkt vom Geldinstitut abgeführt und muss nicht mehr in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden.

Freibeträge bei der Erhebung der Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer greift erst ab einem bestimmten Gewinn. Die Höhe der Freibeträge liegt bei 801 Euro bei Ledigen und 1602 Euro bei Verheirateten. Der Sparerpauschbetrag, wie der Freibetrag auch genannt wird, setzt sich aus dem ehemaligen Sparerfreibetrag und Werbungskosten zusammen. Kosten, die darüber hinaus entstanden sind, können nicht geltend gemacht werden.

Auf Anlagen, die lediglich der privaten Altersvorsorge dienen, wie Riester-Fondssparpläne, die Rürup-Rente, Betriebsrente und Lebensversicherungen, wird keine Abgeltungssteuer erhoben, wenn diese vor dem Jahr 2005 abgeschlossen wurden und mindestens 12 Jahre gehalten werden.

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Aktuar

Aktuare sind besondere Finanz- und Versicherungsmathematiker, die von der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) geprüft worden sind. Aktuare sind Experten für Risikoabschätzungen in den Bereichen Altersvorsorge, Versicherungen, Bausparen und Kapitalanlagen. Dabei berufen sie sich für ihre Analysen auf mathematische Verfahren aus der Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung und berücksichtigen ebenfalls die vorherrschenden wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen. Der Aktuar übernimmt also die Bearbeitung, Bewertung, Steuerung und Absicherung von Risiken bei finanziellen Anlagen mit langen Laufzeiten, im Bereich der Lebensversicherung auch unter Berücksichtigung sogenannten biometrischer Risiken, als Wahrscheinlichkeiten für Leistungsfälle, die am Leben einer Person hängen dazu zählen zum Beispiel Invalidität, Tod oder Erreichen eines bestimmten Alters. Den Aktuar findet man an verschiedenen Stellen: Er arbeitet zum Beispiel als Angestellter bei Versicherungen, Bausparkassen, Investmentgesellschaften, Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatungsgesellschaften, bei Verbänden oder Behörden, als Gutachter für Gerichte oder als Freiberufler. Für Versicherungsunternehmen, die für Lebens-, Kranken-, Haftpflicht- oder Unfallversicherungen zuständig sind, ist ein sogenannter verantwortlicher Aktuar in Deutschland sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Der Aktuar in der Altersvorsorge

In der Altersvorsorge spielt der Aktuar bei der betrieblichen Altersvorsorge eine große Rolle, so dass es dafür speziell ausgebildete Aktuare gibt. Sie bewerten Versorgungsverpflichtungen in allen Formen der betrieblichen Altersvorsorge. Der Aktuar ist also dafür zuständig, die nötigen Berechnungen zur Festlegung der Versorgungsansprüche anzustellen und sie dem Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen. So kann er dir dann mitteilen, welche Leistungen du später erwarten kannst. Der Aktuar berechnet also mögliche Versorgungsleistungen für den Mitarbeiter ebenso wie die daraus resultierenden Verpflichtungen, also die Schuld für den Arbeitgeber zum jeweiligen Bilanzstichtag. Zusätzlich muss der Aktuar herangezogen werden, wenn es um die Berechnung der Rückstellungen für die Steuerbilanz und die Handelsbilanz bei Pensionszusagen geht. Außerdem ermittelt er jedes Jahr für alle versicherungsförmigen oder mittelbaren Durchführungswege den Fehlbetrag, er prüft also, ob die Schuld aus den Altersvorsorgeversprechen des Arbeitgebers höher ist als das heutige dafür bereitstehende Vermögen. Dabei muss er die gesetzlichen Bestimmungen berücksichtigen. Aktuare dienen einem Unternehmen somit als qualifizierte Berater für die Schaffung und Weiterentwicklung von Versorgungsmöglichkeiten in der betrieblichen Altersvorsorge.

Andere Tätigkeitsbereiche des Aktuars

Sind Aktuare für Versicherungen tätig, so kommen sie zum Beispiel bei der Lebensversicherung zum Einsatz. Sie sind für die Berechnung der Prämien und Deckungsrückstellungen zuständig, unter der Maßgabe von aufsichtsrechtlichen Regelungen. Außerdem muss der Aktuar fortlaufend prüfen, ob die Versicherungsgesellschaft die Verpflichtungen aus dem Vertrag der Lebensversicherung leisten kann. Konkret heißt das: Der Aktuar untersucht für dich, ob das Versicherungsunternehmen über genügend finanzielle Mittel verfügt, damit du dein Geld aus einer abgeschlossenen Versicherung später auch erhältst.

Kurz gesagt: Der Aktuar ist ein qualifizierter Berater bei mittel- und langfristigen Risikoabschätzungen in den Bereichen Altersvorsorge und Versicherungen, wie zum Beispiel Lebensversicherungen, der auf die Entwicklungen am Markt reagiert und dabei die wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen berücksichtigt.

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